Leistungen

Was ich in Ihrem Stall untersuchen und behandeln kann – und was in eine Klinik gehört. Die Themen rund um Lahmheit stehen zuerst, weil ich mich damit am liebsten beschäftige. Das übrige Spektrum einer Fahrpraxis biete ich ebenso an.

Orthopädie und Bewegungsapparat

Wenn ein Pferd nicht richtig läuft, beginnt die Arbeit mit einer Frage: Wo sitzt das Problem? Erst wenn sie möglichst sicher beantwortet ist, lohnt sich eine Therapie. Deshalb stehen bei mir Untersuchung und Bildgebung vor der Behandlung – und nach der Behandlung ein Plan für die Wochen danach.

Nahaufnahme der Vorderbeine eines Pferdes auf einer gefegten Stallgasse.

Lahmheitsuntersuchung

Was das ist. Ein systematischer Untersuchungsgang: Adspektion im Stand, Abtasten von Gliedmaßen, Rücken und Hufen, Hufzange, Vorführen im Schritt und Trab auf hartem und weichem Boden, gerade und an der Longe. Beugeproben belasten einzelne Gelenke gezielt. Reicht das nicht, folgen diagnostische Anästhesien: Ein Nerv oder Gelenk wird betäubt und das Pferd erneut vorgeführt – läuft es besser, liegt die Ursache dort.

Objektive Ganganalyse. Was das Auge nicht sicher trennt, misst die Sensorik: Ich zeichne den Gang auf und werte ihn objektiv aus. Das hilft besonders bei geringgradigen, wechselnden oder mehrbeinigen Lahmheiten – und macht den Verlauf über Wochen vergleichbar, statt ihn aus der Erinnerung zu beurteilen.

Wann das sinnvoll ist. Bei jeder Lahmheit, die nicht in wenigen Tagen von selbst verschwindet. Bei Taktunreinheiten, Leistungsabfall oder Rittigkeitsproblemen ohne Erklärung im Training. Vor Entscheidungen über Beschlag, Training oder Verkauf. Eine plötzliche, hochgradige Lahmheit ist ein Notfall – bitte sofort anrufen.

So läuft es ab. Am Telefon frage ich den Vorbericht ab. Planen Sie Zeit ein: Jede diagnostische Anästhesie braucht Zeit, bis sie wirkt. Bitte bereiten Sie vor: ein trockenes Pferd mit sauberen Hufen, jemanden zum Vorführen, einen harten ebenen Weg, einen weichen Boden oder Longierzirkel, bei Regen möglichst eine Halle. Vorbefunde und Röntgenbilder halten Sie bitte bereit.

Was ich dafür dabeihabe. Digitales Röntgen, Ultraschall, objektive Ganganalyse und alles für diagnostische Anästhesien – so kann ich in derselben Untersuchung weitermachen.

So bereiten Sie den Termin vor

Digitales Röntgen

Was das ist. Röntgenaufnahmen entstehen im Stall und sind sofort am Bildschirm zu sehen. Ich röntge Gliedmaßen, Hufe, Rücken, Halswirbelsäule und Kopf. Röntgen zeigt Knochen und Gelenke – für Sehnen und Bänder ist der Ultraschall das passende Verfahren.

Wann das sinnvoll ist. Nach der klinischen Untersuchung, wenn die Lahmheit eingegrenzt ist. Für den Hufschmied, wenn die Stellung des Hufbeins im Huf beurteilt werden soll. Bei der Ankaufsuntersuchung. Zur Verlaufskontrolle nach einer Verletzung.

So läuft es ab. Ich brauche einen ruhigen, ebenen Platz. Die Hufe sollten sauber und trocken sein; ob für bestimmte Aufnahmen die Eisen abgenommen werden müssen, sage ich Ihnen vorher. Für Aufnahmen von Rücken oder Kopf kann eine leichte Sedation sinnvoll sein, damit das Pferd still steht. Strahlenschutz: Während der Aufnahme bleiben nur die Personen in der Nähe, die das Pferd halten, und sie tragen Schutzkleidung. Schwangere halten bitte nicht. Die Bilder bekommen Sie digital; auf Wunsch gehen sie an Ihren Hufschmied oder an eine Klinik.

Ultraschall

Was das ist. Mit Ultraschall lassen sich Sehnen, Bänder, Gelenkkapseln, Muskeln und andere Weichteile darstellen – Strukturen, die im Röntgenbild nicht zu sehen sind.

Lunge und Bauchhöhle. Der Ultraschall bleibt nicht am Bein: Über den Brustkorb beurteile ich Lunge und Brustfell, über die Bauchdecke Darm und Bauchhöhle. Das gehört zur Abklärung bei Husten, Fieber und wiederkehrender Kolik – und es geht im Stall, ohne dass das Pferd verladen werden muss.

Wann das sinnvoll ist. Bei Verdacht auf eine Sehnen- oder Bandverletzung, etwa nach Wärme und Schwellung am Bein. Zur Verlaufskontrolle während der Rehabilitation, damit der Belastungsaufbau sich nach dem Befund richtet und nicht nach dem Kalender. Bei Gelenkergüssen und Weichteilschwellungen. Und bei Erkrankungen von Atemwegen und Bauchraum.

So läuft es ab. Die Stelle wird geschoren und mit Gel benetzt, damit der Schallkopf Kontakt hat. Das Pferd steht ruhig; wenn nötig, hilft eine leichte Sedation. Ich vergleiche in der Regel beide Gliedmaßen, weil sich Veränderungen oft erst im Vergleich zeigen. Planen Sie ein, dass eine geschorene Stelle sichtbar bleibt.

Gelenk- und Sehnenbehandlung

Was das ist. Eine Injektion direkt an den Ort des Problems: in das betroffene Gelenk oder, unter Ultraschallkontrolle, in die geschädigte Sehne oder das Band. Beim Sehnenbefund führt der Ultraschall die Nadel – ich sehe während der Injektion, wo das Medikament ankommt. Welches Medikament, hängt vom Befund ab; das besprechen wir vorher, ebenso die Alternativen.

Wann das sinnvoll ist. Wenn Untersuchung, diagnostische Anästhesie und Bildgebung die Struktur als Ursache der Lahmheit zeigen. Nicht auf Verdacht.

So läuft es ab. Eine Injektion in Gelenk oder Sehne verlangt saubere Bedingungen: Die Einstichstelle wird geschoren und desinfiziert, das Pferd steht an einem trockenen, staubarmen Platz und wird in der Regel leicht sediert. Danach bekommt es Ruhe nach Plan. Ich sage Ihnen, worauf Sie in den Tagen danach achten sollen – Wärme, Schwellung oder eine Verschlechterung melden Sie mir bitte sofort.

Regenerative Therapie

Was das ist. Behandlungen, die dem Körper mit seinen eigenen Bausteinen bei der Heilung helfen, statt nur die Entzündung zu dämpfen. Ich nehme dem Pferd Blut ab, bereite es vor Ort auf und gebe den gewonnenen Anteil in die geschädigte Struktur zurück: PRP (plättchenreiches Plasma) enthält die Wachstumsfaktoren der Blutplättchen konzentriert; bei der Eigenbluttherapie wird das Blut so aufbereitet, dass entzündungshemmende Eiweiße angereichert werden. Beides ist auch für Gelenke geeignet.

Wann das sinnvoll ist. Bei Sehnen- und Bandverletzungen, bei Gelenkerkrankungen, und dort, wo eine Behandlung über die reine Entzündungshemmung hinausgehen soll. Was im einzelnen Fall passt, hängt vom Ultraschall- und Röntgenbefund ab – und davon, in welcher Phase die Verletzung ist.

So läuft es ab. Alles an einem Termin und bequem in Ihrem Stall: Blutentnahme, Aufbereitung und Injektion unter Ultraschallkontrolle. Danach folgt der Plan für den Belastungsaufbau – ohne ihn verschenkt die Behandlung ihre Wirkung.

Rehabilitation

Was das ist. Ein schriftlicher Plan für die Wochen nach der Diagnose: was in welcher Woche erlaubt ist – Box, Paddock, Schritt an der Hand, Schritt unter dem Sattel, Trab –, worauf Sie achten sollen und wann wir kontrollieren.

Stoßwellentherapie. Wo sie hilft, setze ich sie im Stall ein: bei Erkrankungen des Fesselträgers und anderer Sehnen und Bänder, bei Rückenbeschwerden und bei bestimmten chronischen Veränderungen am Knochen. Meist in mehreren Sitzungen im Abstand von ein bis zwei Wochen, begleitend zum Belastungsaufbau – nicht an seiner Stelle.

Im Team. Sportpferde sind Athleten, und Athleten brauchen ein Team von Fachleuten. Physiotherapeutin, Hufschmied, Sattler, Trainerin – wenn Sie ein Team haben, tausche ich mich gern damit aus, damit alle in dieselbe Richtung arbeiten. Sie wählen das Team; ich stimme mich mit ihm ab.

Wann das sinnvoll ist. Nach Sehnen- und Bandverletzungen, nach einer Gelenk- oder regenerativen Behandlung und in der Nachsorge nach einer Klinikbehandlung. Immer dann, wenn die Frage „und was mache ich die nächsten acht Wochen?“ sonst offen bliebe.

So läuft es ab. Den Plan bekommen Sie nach der Diagnose. Bei den Kontrollterminen – meist mit Ultraschall – passe ich ihn an den Befund an. Zwischen den Terminen können Sie mich anrufen, wenn etwas unklar ist.

Abstimmung mit dem Hufschmied

Was das ist. Bei vielen Lahmheiten spielt der Huf eine Rolle, und Beschlag und Behandlung müssen zusammenpassen. Ich spreche mit Ihrem Hufschmied oder Ihrer Hufschmiedin: was ich sehe, was das Röntgenbild zeigt, was der Beschlag leisten soll. Wenn Sie möchten, koordinieren wir die Termine, damit Beschlag und Kontrolle zusammenfallen.

Wann das sinnvoll ist. Bei Hufrehe, bei Erkrankungen der Hufrolle, bei Stellungsabweichungen und bei jeder Lahmheit, bei der das Röntgenbild Hinweise für den Beschlag liefert.

So läuft es ab. Mit Ihrem Einverständnis bekommt der Schmied die Röntgenbilder und meinen Befund. Ob ein Termin zu dritt sinnvoll ist, entscheiden wir je nach Fall.

Ankaufsuntersuchung

Ein Pferd wird auf einem Sandplatz vorgeführt, im Hintergrund die Stallgebäude.

Was das ist. Die Untersuchung eines Pferdes vor dem Kauf, meist im Auftrag der Käuferin oder des Käufers. Sie beschreibt den Gesundheitszustand am Tag der Untersuchung – keine Garantie für die Zukunft, aber eine belastbare Grundlage für Ihre Entscheidung.

Kleine Ankaufsuntersuchung. Die klinische Untersuchung: Allgemeinzustand, Herz und Lunge, Augen, Haut, Bewegungsapparat im Stand, Hufzange, Vorführen im Schritt und Trab auf hartem und weichem Boden, Beugeproben. Auf Wunsch auch unter dem Reiter.

Große Ankaufsuntersuchung. Zusätzlich Röntgenaufnahmen nach dem aktuellen Röntgenleitfaden. Ultraschall bestimmter Strukturen, objektive Ganganalyse oder eine Blutprobe sind möglich und werden vorab vereinbart.

Was Sie bekommen. Einen schriftlichen Befundbericht und die Röntgenbilder in digitaler Form. Ich beschreibe und erkläre die Befunde; die Kaufentscheidung treffen Sie. Auf Wunsch bespreche ich den Bericht mit Ihnen am Telefon.

Neutralität. Ich untersuche im Auftrag der Person, die mich beauftragt und bezahlt. Ist das Pferd bereits mein Patient oder kenne ich eine der Parteien näher, sage ich Ihnen das vorher – dann kann eine Kollegin oder ein Kollege die bessere Wahl sein.

So bereiten Sie vor. Der Termin findet meist im Stall des Verkäufers statt; das Pferd sollte vorher nicht gearbeitet worden sein. Wir brauchen den Equidenpass, einen harten ebenen Weg, einen weichen Boden oder Longierzirkel und jemanden zum Vorführen. Als Käuferin oder Käufer sollten Sie dabei sein.

Vorbereitung des Termins

Innere Medizin

Alles, was nicht am Bewegungsapparat sitzt: Atemwege, Magen und Darm, Stoffwechsel, Haut und Augen. Untersuchung, Diagnostik und Behandlung im Stall – auch die Endoskopie. Wenn eine Klinik nötig ist, sage ich Ihnen das.

Ein Pferd steht ruhig in seiner Box, Licht fällt durch das Fenster.

Atemwege

Was das ist. Husten, Nasenausfluss, angestrengte Atmung oder ein Leistungsabfall, der sich nicht anders erklären lässt. Ich untersuche das Pferd, höre Herz und Lunge ab, auch unter erschwerter Atmung, und nehme bei Bedarf Blut ab.

Wann das sinnvoll ist. Bei jedem Husten, der länger als einige Tage anhält, bei Nasenausfluss, bei Fieber, bei Atemgeräuschen oder Atemnot. Chronische Atemwegserkrankungen wie das equine Asthma brauchen neben der Behandlung vor allem eine Veränderung der Haltung: weniger Staub, weniger Ammoniak, mehr frische Luft. Das schauen wir uns gemeinsam an.

So läuft es ab. Untersuchung im Stall, bei Fieber bitte getrennt von anderen Pferden. Weiterführende Untersuchungen mache ich bequem bei Ihnen im Stall: die Endoskopie der Atemwege und die Probenentnahme für Zytologie (BAL, TBS) und Bakteriologie. Die Befunde werten wir anschließend gemeinsam aus, damit wir eine gezielte Therapie und die Verlaufskontrolle starten können.

Magen und Darm

Was das ist. Magengeschwüre (EGUS) – an der drüsenlosen Schleimhaut (ESGD) oder an der Drüsenschleimhaut (EGGD) – sind bei Sport- und Freizeitpferden häufig und von außen nicht zu erkennen. Die Anzeichen sind unspezifisch: Leistungsabfall, Empfindlichkeit beim Gurten, Zähneknirschen, wechselnder Appetit, stumpfes Fell, wiederkehrende leichte Koliken, Verhaltensänderungen unter dem Sattel. Dazu kommen Durchfall, Kotwasser und wiederkehrende Koliken als eigene Fragestellungen.

Gastroskopie. Sicher diagnostizieren lässt sich ein Magengeschwür nur auf eine Weise: durch die Spiegelung des Magens. Ich mache sie im Stall. Das Pferd muss dafür nüchtern sein – wie lange und wie das praktisch geht, bespreche ich vorher mit Ihnen. Was ich sehe, sehen Sie mit; danach steht fest, ob und womit behandelt wird, statt auf Verdacht zu therapieren.

Wann das sinnvoll ist. Bei den genannten Anzeichen, vor allem wenn mehrere zusammenkommen. Bei wiederkehrenden leichten Koliken. Und zur Kontrolle nach einer Behandlung – ob ein Geschwür wirklich abgeheilt ist, zeigt nur die zweite Spiegelung.

So läuft es ab. Nüchternphase nach Absprache, leichte Sedation, Spiegelung im Stall. Zur Behandlung gehört immer auch die Frage, was das Geschwür verursacht hat: Fütterung, Trainingspensum, Boxenzeit, Stress im Bestand. Eine akute, schmerzhafte Kolik ist dagegen ein Notfall – bitte sofort anrufen.

Stoffwechsel

Was das ist. Zwei Erkrankungen stehen hier im Vordergrund. Das Equine Metabolische Syndrom (EMS): eine Störung des Zuckerstoffwechsels, oft bei leichtfuttrigen Pferden mit Fettdepots an Mähnenkamm und Kruppe. Und die Pituitary Pars Intermedia Dysfunction (PPID, früher „Cushing“): eine hormonelle Erkrankung älterer Pferde, erkennbar unter anderem an verzögertem Fellwechsel, Muskelabbau und vermehrtem Trinken. Beide sind mit einem erhöhten Risiko für Hufrehe verbunden.

Wann das sinnvoll ist. Bei den genannten Anzeichen, nach einer Hufrehe, bei älteren Pferden zur Kontrolle und wenn ein Pferd trotz Diät nicht abnimmt.

So läuft es ab. Klinische Untersuchung, Beurteilung von Körperkondition und Fettverteilung, Blutproben für Insulin und ACTH. Der Zeitpunkt spielt eine Rolle – manche Werte sind im Herbst anders zu beurteilen als im Frühjahr, und für manche Tests soll das Pferd vorher nüchtern sein. Was für Ihr Pferd gilt, sage ich Ihnen bei der Terminvereinbarung. Zur Behandlung gehört fast immer eine Beratung zu Fütterung, Weidegang und Bewegung.

Haut

Was das ist. Juckreiz, Haarausfall, Krusten, Schuppen, Knoten oder Schwellungen. Häufige Ursachen sind Pilze, Bakterien (etwa Mauke), Parasiten wie Milben oder Haarlinge, Allergien wie das Sommerekzem und Hautveränderungen wie Sarkoide.

Wann das sinnvoll ist. Wenn eine Hautveränderung nicht innerhalb kurzer Zeit abheilt, wenn sie sich ausbreitet, wenn mehrere Pferde im Stall betroffen sind oder wenn das Pferd sich wund scheuert.

So läuft es ab. Untersuchung der Haut, bei Bedarf Hautgeschabsel, Abstrich, Pilzkultur oder eine Gewebeprobe, die ins Labor geht. Die Behandlung richtet sich nach dem Ergebnis. Bei ansteckenden Ursachen besprechen wir auch, was im Stall zu tun ist.

Augen

Was das ist. Entzündungen der Bindehaut, Verletzungen der Hornhaut, Fremdkörper – und die equine rezidivierende Uveitis (ERU), eine wiederkehrende Entzündung im Augeninneren, früher „Mondblindheit“ genannt.

Wann das sinnvoll ist. Sobald ein Pferd ein Auge zukneift, es tränt, anschwillt oder trüb wird. Augen gelten als Notfall: Rufen Sie bitte noch am selben Tag an und geben Sie bis dahin nichts ins Auge.

So läuft es ab. Die Untersuchung findet an einem abgedunkelten Platz statt, meist mit einer leichten Sedation und einer örtlichen Betäubung der Augenlider, damit ich das Auge vollständig ansehen kann. Mit einem Farbstoff prüfe ich, ob die Hornhaut verletzt ist. Was in eine Augenklinik gehört, sage ich Ihnen.


Impfung und Vorsorge

Kleine Fläschchen und eine verpackte Spritze liegen auf einem Tuch auf der Stallablage.

Impfungen

Was das ist. Ich impfe gegen Tetanus, Influenza und Herpes (EHV-1/-4). Tetanus gehört für jedes Pferd dazu – der Erreger steckt im Boden, eine kleine Wunde genügt. Influenza ist wichtig für Pferde mit Kontakt zu fremden Pferden. Herpes ist eine Frage des Bestands: Die StIKo Vet empfiehlt, möglichst alle Pferde eines Stalls zu impfen. Andere Impfstoffe, zum Beispiel gegen West-Nil-Virus oder Tollwut, sind auf Anfrage möglich.

Wann und wie oft. Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet); für Turnierpferde zusätzlich nach den Vorgaben der Verbände. Ich trage jede Impfung in den Equidenpass ein und sage Ihnen, wann die nächste fällig ist.

So bereiten Sie vor. Das Pferd sollte gesund und fieberfrei sein; bei Unsicherheit messe ich vorher. Equidenpass bereithalten, danach ein paar Tage nicht hart arbeiten. Impfungen sind der klassische Anlass für einen Sammeltermin.

Gesundheitscheck

Was das ist. Eine Untersuchung des ganzen Pferdes ohne akuten Anlass: Allgemeinzustand, Herz und Lunge, Schleimhäute, Lymphknoten, Haut, Hufe, Körperkondition, Gang im Schritt und Trab – und eine Untersuchung der Maulhöhle.

Maulhöhle. Ich schaue ins Maul und beurteile Zähne und Schleimhaut: scharfe Kanten, Haken, fehlende oder lockere Zähne, Verletzungen, Futterreste in den Backentaschen. Was auffällt, bespreche ich mit Ihnen. Die Zahnbehandlung selbst überlasse ich Fachleuten – aber der erste Blick gehört in jeden Gesundheitscheck, gerade bei älteren Pferden und bei Pferden, die schlecht kauen oder abmagern.

Wann das sinnvoll ist. Einmal im Jahr, am einfachsten zusammen mit der Impfung. Bei älteren Pferden auch häufiger.

So läuft es ab. Ich schaue mir das Pferd in Ruhe an und bespreche mit Ihnen, was mir auffällt – auch Dinge, die keinen Termin brauchen, aber Aufmerksamkeit verdienen.


Labor

Ein geöffneter Tierarztkoffer mit geordneten Instrumenten steht auf einem Strohballen.

Was das ist. Blutproben, Kotproben, Hautproben und Abstriche nehme ich im Stall und schicke sie an ein Fachlabor: Blutbild, Organprofile für Leber, Niere und Muskulatur, Stoffwechselwerte wie Insulin und ACTH, Pilzkulturen, bakteriologische und zytologische Untersuchungen.

Warum kein Schnelltest im Stall. Ich habe bewusst kein eigenes Laborgerät im Fahrzeug. Ein Fachlabor arbeitet mit geeichten Geräten, Kontrollproben und Fachpersonal – die Werte sind belastbarer, und der Umfang ist größer. Der Preis dafür ist ein Tag Wartezeit. Wo es auf Stunden ankommt, gehört das Pferd ohnehin in eine Klinik.

Wann das sinnvoll ist. Bei unklaren Symptomen, bei Fieber, bei Leistungsabfall, zur Kontrolle bekannter Erkrankungen, vor und während einer Medikation, bei älteren Pferden als jährliche Kontrolle.

Kotproben und Entwurmung. Entwurmt wird nach Befund, nicht nach Kalender: Eine Kotprobe zeigt, ob und wie viele Wurmeier ein Pferd ausscheidet, und behandelt werden die Pferde, die es brauchen. Sammeln Sie einige Kotballen von verschiedenen Stellen eines frischen Haufens, kühl gelagert und beschriftet – am einfachsten für den ganzen Stall zugleich bei einem Sammeltermin.

So läuft es ab. Für manche Werte soll das Pferd nüchtern oder in Ruhe sein – das sage ich Ihnen bei der Terminvereinbarung. Die Ergebnisse bespreche ich mit Ihnen, sobald sie vorliegen, am Telefon oder beim nächsten Besuch. Sie bekommen den Befund in Kopie.


Wundversorgung und Chirurgie

Verbandmaterial und eine Schere liegen auf einem Tuch, dahinter unscharf ein Pferdebein.

Was das ist. Beurteilen, reinigen, spülen, abgestorbenes Gewebe entfernen, nähen, wenn die Wunde es zulässt, und verbinden. Dazu die Prüfung des Tetanusschutzes im Equidenpass.

Wann das sinnvoll ist. Bei jeder Wunde, die tiefer als die Haut geht, die klafft, die stark blutet, die in der Nähe eines Gelenks, einer Sehnenscheide oder am Kronrand liegt – auch wenn sie klein aussieht. Ob eine Wunde genäht werden kann, hängt von ihrem Alter, ihrer Lage und ihrer Verschmutzung ab: Je früher ich sie sehe, desto mehr Möglichkeiten gibt es.

So läuft es ab. Bis ich da bin: Blutung mit einem Druckverband stillen, grobe Verschmutzung mit klarem Wasser abspülen, keine Salben, Puder oder Sprays auf die Wunde, Fremdkörper nicht herausziehen. Mehr dazu auf der Notfallseite. Nach der Versorgung zeige ich Ihnen, wie Sie den Verband wechseln, und wir vereinbaren die Kontrolle.

Eingriffe am stehenden Pferd. Vieles geht ohne Narkose, im Stehen: Wunden nähen, Hauttumoren wie Sarkoide und Melanome entfernen, alte oder schlecht verheilte Verletzungen revidieren, Gewebeproben nehmen. Das Pferd wird dafür sediert und örtlich betäubt; es bleibt stehen.

Kastrationen. Sie brauchen Vorbereitung: einen sauberen, ebenen Platz, gültigen Tetanusschutz, und eine Jahreszeit ohne Fliegen ist deutlich angenehmer. Vorher untersuche ich das Pferd und taste beide Hoden; liegt einer nicht im Hodensack, gehört der Eingriff in eine Klinik. Nach der Kastration ist Bewegung Pflicht, nicht Boxenruhe – wie viel und ab wann, sage ich Ihnen, und ich kontrolliere nach.

Narkosen vor Ort nach Absprache. Eine Narkose im Stall ist nach Absprache möglich. Größere Operationen, die einen Operationstisch oder die sterilen Bedingungen eines Operationssaals brauchen, gehören in eine Klinik. Haben Sie eine Operation vor sich oder Fragen zu einer geplanten Operation? Ich berate Sie gern – zur Notwendigkeit, zu den Alternativen, zur Wahl der Klinik –, bereite Ihr Pferd vor und betreue es danach weiter.

Sedation. Für all das gilt: Ich beruhige das Pferd im Stehen, dosiert nach Pferd und Anlass. Ich brauche einen ruhigen Platz mit rutschfestem Boden; bis die Sedation abgeklungen ist, bekommt das Pferd kein Futter und bleibt unter Beobachtung. Anästhesie war über Jahre Teil meiner Klinikarbeit. Auf Wunsch sediere ich auch für den Hufschmied, wenn ein Pferd sich sonst nicht beschlagen lässt.

Erste Hilfe bei Wunden

Notfallversorgung

Eine beleuchtete Stallgasse in der Dämmerung, von außen durch das offene Tor gesehen.

Was das ist. Die erste Versorgung im Stall bei Kolik, Verletzungen, akuter Lahmheit, Fieber und Augennotfällen – und die Entscheidung, ob das Pferd in eine Klinik muss. Diese Entscheidung treffe ich mit Ihnen vor Ort, und wenn es nötig ist, organisiere ich die Überweisung.

Die ehrliche Regel. Rufen Sie an. Wenn ich frei bin, komme ich. Wenn nicht, sage ich Ihnen das sofort und vermittle Sie an eine Klinik, mit der ich zusammenarbeite. Was ich Ihnen verspreche, ist eine klare Antwort am Telefon – keine Bereitschaft, die ich nicht halten kann.

Kosten. Nachts, an Wochenenden und an Feiertagen rechne ich nach GOT mit mindestens dem zweifachen Satz ab, dazu kommt die Notdienstgebühr, die die GOT für diese Zeiten vorsieht.

069 3487 6587

Was Sie tun können, bis ich da bin

Sammeltermine

Was das ist. Stehen mehrere Pferde in einem Betrieb, komme ich für alle an einem Termin. Die Anfahrt fällt nur einmal an und wird auf die beteiligten Besitzerinnen und Besitzer verteilt; jede und jeder bekommt eine eigene Rechnung.

Wofür sich das eignet. Impfungen, Kotproben, Gesundheitschecks, Blutproben, Kontrolluntersuchungen. Nicht für Lahmheitsuntersuchungen – die brauchen Zeit und Ruhe und bekommen einen eigenen Termin.

So läuft es ab. Am einfachsten ist eine Ansprechperson im Stall, die sammelt, wer teilnehmen möchte, und die Equidenpässe bereitlegt. Wir vereinbaren einen Termin, an dem möglichst alle Pferde erreichbar sind. Auch außerhalb der 40 Kilometer sind Sammeltermine der Weg, wie ich zu Ihnen kommen kann.

Sammeltermine im Einzugsgebiet

Zusammenarbeit mit Kliniken

Manches gehört nicht in den Stall: größere Operationen, Intensivbetreuung, Szintigrafie und MRT. Dafür arbeite ich mit Pferdekliniken in der Region zusammen. Ich rufe dort an, gebe Vorbericht, Befunde und Röntgenbilder weiter und bespreche mit Ihnen, welche Klinik für Ihr Pferd die passende ist – auch, wenn Sie bereits eine bevorzugen.

Nach der Entlassung übernehme ich die Nachsorge im Stall: Verbandswechsel, Kontrollen, den Plan für den Belastungsaufbau. So bleibt die Behandlung aus einer Hand, auch wenn sie an zwei Orten stattfindet.

Abrechnung nach GOT

Die Grundlage
Tierärztliche Leistungen werden in Deutschland nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) abgerechnet. Sie legt für jede Leistung eine Gebühr fest. Je nach Aufwand, Schwierigkeit und Umständen darf zwischen dem einfachen und dem vierfachen Satz berechnet werden.
Notdienst
In den Notdienstzeiten – nachts, an Wochenenden und an Feiertagen – sieht die GOT mindestens den zweifachen Satz vor, dazu eine Notdienstgebühr. So rechne ich ab.
Anfahrt
Die Anfahrt wird nach GOT als Wegegeld berechnet. Bei Sammelterminen wird sie auf die Beteiligten verteilt.
Medikamente und Material
Werden nach Verbrauch berechnet und auf der Rechnung einzeln ausgewiesen.
Bezahlung
Direkt nach dem Termin per Karte oder bar – oder Sie erhalten eine Rechnung mit allen Positionen und bezahlen per Überweisung. Ist Ihr Pferd krankenversichert, können Sie die Rechnung dort einreichen; die Positionen sind so aufgeführt, wie Versicherungen sie brauchen.
Vorab wissen, was anfällt
Wenn Sie vor einem größeren Termin – etwa einer Ankaufsuntersuchung oder einer Lahmheitsuntersuchung mit Bildgebung – wissen möchten, womit Sie rechnen müssen, fragen Sie mich. Ich erkläre Ihnen, welche Positionen anfallen.

Was ich nicht anbiete

Manches gehört in andere Hände, und ich sage Ihnen das lieber vorher:

Zahnbehandlung
Das Raspeln und Korrigieren der Zähne überlasse ich Fachleuten. In den Gesundheitscheck gehört für mich aber der Blick ins Maul.
Chiropraktik und Osteopathie
Beides setzt eine eigene Ausbildung voraus, die ich nicht habe.
Was eine Klinik braucht
Größere Operationen, Szintigrafie, MRT und die Intensivstation. Ich sage Ihnen, wann es so weit ist, und vermittle Sie weiter.

Rufen Sie an – auch, wenn Sie nicht sicher sind, wohin Ihr Anliegen gehört. Wenn ich es nicht selbst mache, weiß ich meistens, wer es macht.

Häufige Fragen

Was ich am Telefon oft gefragt werde – vorab beantwortet.

Machen Sie Zähne?

Die Zahnbehandlung selbst – Raspeln und Korrigieren – überlasse ich Fachleuten und vermittle Sie gern weiter. In den jährlichen Gesundheitscheck gehört für mich aber der Blick ins Maul: Zähne und Schleimhaut anschauen, auffällige Kanten, lockere Zähne oder Futterreste in den Backentaschen erkennen und Ihnen sagen, ob eine Behandlung ansteht.

Brauchen Sie eine Halle?

Nein. Für eine Lahmheitsuntersuchung brauche ich einen harten, ebenen Weg, auf dem das Pferd traben kann, und einen weichen Boden oder Longierzirkel für die gebogene Linie. Eine Halle hilft bei Regen, ist aber keine Bedingung. Für Röntgen und Ultraschall reicht ein ruhiger, trockener Platz mit Steckdose in der Nähe.

Arbeiten Sie mit meinem Hufschmied zusammen?

Ja, und bei Lahmheiten halte ich das für wichtig. Mit Ihrem Einverständnis bekommt Ihr Hufschmied oder Ihre Hufschmiedin die Röntgenbilder und meinen Befund, und wir sprechen darüber, was der Beschlag leisten soll. Wenn es sinnvoll ist, koordinieren wir die Termine.

Können Sie meine Röntgenbilder aus der Klinik verwenden?

Ja. Vorhandene Röntgen- und Ultraschallbilder sowie Befunde helfen mir, weil sie den Verlauf zeigen. Schicken Sie mir die Dateien vorab per E-Mail oder bringen Sie sie zum Termin mit. Ob neue Aufnahmen nötig sind, entscheide ich nach der Untersuchung.

Wie bezahle ich?

Direkt nach dem Termin per Karte oder bar – oder Sie erhalten eine Rechnung mit allen Positionen nach GOT und bezahlen per Überweisung. Ist Ihr Pferd krankenversichert, können Sie die Rechnung dort einreichen.

Termin anfragen

Vorsorge, Ankaufsuntersuchung, eine Lahmheit, die nicht drängt, oder ein Sammeltermin für Ihren Stall: Schildern Sie mir kurz, worum es geht. Ich rufe Sie zurück und wir vereinbaren den frühestmöglichen Termin.

Termin anfragen069 3487 6587